FDP Ortsverband Owschlag

Pressemitteilungen vom 23.05.2011:

Kampfabstimmung über FDP-Vorsitz

23. Mai 2011 | 06:35 Uhr | Von Christian Robohm

Regine Schlegelberger-Erfurth bleibt Vorsitzende des FDP-Kreisverbandes Rendsburg-Eckernförde. In einer Kampfabstimmung setzte sich die 56-jährige Flintbekerin wie schon vor zwei Jahren gegen die Landtagsabgeordnete Kirstin Funke aus Dänischenhagen durch.

"Wahltage sind liberale Festtage", hatte die amtierende Vorsitzende den Kreisparteitag im voll besetzten Saal des Rendsburger Hotels Hansen eröffnet. 90 Stimmberechtigte und viele Gäste, darunter der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Wolfgang Kubicki, die Europa-Abgeordnete Britta Reimers und die Bundestagsabgeordnete Christine Aschenberg-Dugnus, drängten sich in dem Saal. "So viele wie lange nicht", stellte der Präsidiumsvorsitzende Jens Ruge fest.

Schlegelberger-Erfurth berichtete, dass man in den vergangenen Jahren viele "Karteileichen" aussortiert habe. Mit 321 Mitgliedern in 16 Ortsverbänden sei der FDP-Kreisverband Rendsburg-Eckernförde aber noch immer der mitgliederstärkste des Landes.

Vor der Abstimmung über den Kreisvorsitz lieferten sich beide Kandidatinnen einen zum Teil heftigen Schlagabtausch. In der Vorstellungsrunde hatte Schlegelberger-Erfurth klargestellt, bei der Abstimmung gehe es "nicht um persönliche Siege, Eitelkeiten oder Machtsicherung", sondern darum, die FDP stark für die Wahlkämpfe zu machen. Es dürfe um den Vorsitz kein "Dauerduell auf Kosten der Partei" geben. Sie forderte, dass dem Ehrenamt von der "berufspolitischen Ebene Respekt entgegen gebracht" werde: "Die Berufspolitik sollte sich nicht dort aufdrängen, wo das Ehrenamt für einen Posten zur Verfügung steht." Ein klarer Angriff in Richtung Funke, die seit der vergangenen Landtagswahl dem Parlament in Kiel angehört.

Die 38-jährige Funke antwortete, dass sie den Vorsitz nicht als Sprungbrett für eine weitere Karriere sehe. Der Kreisvorstand solle Vorbildcharakter haben, so Funke weiter. "Wir müssen aufpassen, dass Menschen nicht auf Vorstandsämter verzichten, nur weil sie davon ausgehen müssen, bei der Kandidatur persönlich angegriffen zu werden." Auf die Frage, ob sie auch im Fall der Wahl von Schlegelberger-Erfurth weiter als stellvertretende Vorsitzende zur Verfügung stehe, antwortete Funke: "Nur, wenn ich von ihr dafür vorgeschlagen werde."

Das geschah nicht. Bei der Abstimmung siegte Schlegelberger-Erfurth mit 51:37 Stimmen. Die Wiedergewählte sagte nach der Versammlung, sie freue sich, "als Frau der Basis" weiter den Vorsitz ausüben zu dürfen. "Wir werden das meistern." Funke gratulierte und verzichtete später sowohl auf die Wahl zur Stellvertreterin als auch auf den Posten einer Beisitzerin.

Als stellvertretende Vorsitzende wurden Jan Butenschön (Hohenwestedt) und Wilhelm Eggert (Rendsburg-Büdelsdorf) bestätigt. Neu im Vorstand als stellvertretender Vorsitzender ist Holger Krüger aus Nortorf. Bestätigt wurden auch Schatzmeister Bernhard Kalcher (Osterrönfeld) und Schriftführerin Renate Bockisch (Owschlag). Als Beisitzer des Kreisvorstandes fungieren Ilse Pohl, Holger N. Koch, Alice Schmidt, Henry Deising, Jochen Seligmann, Maria Laatsch, Rolf Müller, Thomas Harvst, Matthias Beste, Wolfgang Krey, Peter Klein und Yvonne Schirmer.

Kubicki erinnerte daran, dass die FDP in den vergangenen Monaten erlebt habe, wie sich ein "fulminanter Wahlerfolg in die Wiedergeburt alter Vorurteile verflüchtigt" habe. Die Liberalen hätten nicht das geliefert, was der Wähler von ihnen erwartet habe. "Wir haben viel versprochen, aber nicht viel geändert." Die FDP müsse erkennen, dass die CDU nicht der beste Freund der Liberalen sei, so der Landtags-Fraktionsvorsitzende. Der Bundesparteitag in Rostock habe auch der FDP in Schleswig-Holstein die Chance eröffnet, dass sie ihr Ergebnis bei den kommenden Landtagswahlen verteidigen könne. "Wenn wir ab jetzt jeden Monat 0,5 Prozentpunkte in der Wählergunst zulegen, dann wird man am 6. Mai 2012 feststellen, dass es ein Regieren ohne FDP - egal, in welcher Konstellation - nicht geben wird." Gleichzeitig erteilte er dem Streben nach einem Nordstaat eine Absage: "Schleswig-Holstein braucht sich nicht verstecken. Das Land hat es nicht verdient, dass es in einem Nordstaat die eigene Identität verliert."

Die Europa-Abgeordnete Britta Reimers unterstrich, man müsse in Europa nicht nur in guten Zeiten zusammenstehen, und appellierte: "Wir als FDP marschieren nach vorn, wir haben unser Profil nicht verloren. Die Liberalen haben Ecken und Kanten - das müssen wir jetzt wieder mehr hinausstellen."
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