FDP Ortsverband Owschlag

Pressemitteilungen vom 08.06.2011:

Information ist alles

8. Juni 2011 | 00:05 Uhr | Von Christine Aschenberg-Dugnus
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Fast drei Viertel der Bevölkerung stehen der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber. Aber nur 25 Prozent besitzen einen Organspendeausweis. Das ist bedauerlich, denn immer noch versterben zu viele Menschen, die auf Spenderorgane warten.

Damit alle Bürger möglichst mehrmals im Leben mit der Frage der Organspende konfrontiert werden, sollte eine Pflicht zur Übergabe von Aufklärungsbroschüren gemeinsam mit der Ausgabe von Personalausweisen und Führerscheinen eingeführt werden. Damit werden mehr Menschen als bisher erreicht und dazu bewegt, sich mit diesem Thema intensiv zu befassen. Denn Umfragen belegen, dass Menschen, die gut informiert sind, weniger Ängste davor haben, dass im Ernstfall nicht alles medizinisch Notwendige für sie getan wird und eher einen Organspendeausweis ausfüllen.

Zudem schlage ich eine freiwillige Speicherung der Organspendebereitschaft auf der elektronischen Versichertenkarte vor. Dort wäre sie nicht zentral gespeichert und nur für Ärzte und andere Heilberufe einsehbar. Bei einem Sinneswandel könnte die Organspendebereitschaft auf der Karte schnell und unkompliziert gelöscht werden - anders als bei der Speicherung auf dem Personalausweis.

Ich plädiere für verpflichtende Aufklärung zur Erhöhung der Organspendebereitschaft. Für die höchstpersönliche Erklärung zur Organspende darf es jedoch keinen Zwang geben.

Ich setze auf die bewusste Zustimmung des Einzelnen bzw. der nächsten Angehörigen des Verstorbenen. Die Entscheidung für eine Organspende setzt Vertrauen in die Medizin voraus. Sie muss aus eigenem Antrieb heraus getroffen werden. Vertrauen entsteht aber nicht durch einen Zwang. Eine Erklärungspflicht würde wesentliche Grundrechte beschränken. Denn jeder hat das Recht, frei zu handeln. Das beinhaltet auch das Recht, zu unterlassen, was man nicht tun möchte. Und jeder hat auch die Freiheit, keine Meinung zu haben oder seine Meinung nicht zu äußern. Auch Äußerungen zur Organspendebereitschaft sind von diesem grundgesetzlichen Schutz erfasst.

Wichtig ist es, den Menschen ein Höchstmaß an Information zur Verfügung zu stellen, um sie überhaupt in die Lage zu versetzen, sich eine fundierte persönliche Meinung zu bilden. Einen Zwang zur Erklärung der persönlichen Organspendebereitschaft halte ich für den falschen Weg. Und für genau so falsch halte ich es, jeden Menschen, der einer Organspende nicht ausdrücklich widersprochen hat, als potentiellen Organspender zu klassifizieren. Diese hochsensible Frage darf der Staat für niemanden beantworten dürfen. Auch nicht, wenn man mit dieser Frage zu nachlässig oder ignorant umgegangen ist. Diese Grenze darf der Staat nicht überschreiten - auch nicht für ein ehrenwertes Anliegen.
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