FDP Ortsverband Owschlag

Pressemitteilungen vom 26.09.2012:

Wille ist entscheidend

26. September 2012 | 00:05 Uhr | Von Christine Aschenberg- Dugnus
Nun also auch Heinz Buschkowsky. Nach Thilo Sarrazin wagt sich ein weiterer Sozialdemokrat aus der Deckung und spricht das aus, was "man doch mal sagen dürfen" müsse.

Die Integration von Migranten ist ein so emotionales wie auch gefährliches Thema. Denn kaum schreibt einer auf, was die Leute in Berlin-Neukölln oder sonstwo in Deutschland über Ausländer denken, hagelt es Rassismusvorwürfe, wird dem Verfasser eine rechtspopulistische Grundhaltung diagnostiziert. Wer den Verfasser lobt, bekommt es mit denselben Vorwürfen zu tun und wird mit seinen Parolen an den nächsten Stammtisch verwiesen.

Da ich weder Sarrazins noch Buschkowskys Buch gelesen habe, werde ich weder den einen noch den anderen loben oder tadeln. Ich nehme aber zur Kenntnis, dass es beim Thema Integration einen erheblichen Unterschied zwischen Wahrheit und gefühlter Wahrheit gibt. Doch es ist unerheblich, wie viel Prozent der in Deutschland lebenden Migranten oder Deutschen mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache tatsächlich nicht beherrschen. Es ist auch völlig egal, wie viele jugendliche Intensivstraftäter tatsächlich aus dem Migrantenmilieu stammen. Was zählt, ist die Tatsache, dass die Menschen an Brennpunkten wie Neukölln oder Mettenhof wahrnehmen, dass das Zusammenleben mit Migranten mitunter sehr schwierig ist. Wir können darüber streiten, ob die Millionenbeträge, die für Integrationsangebote ausgegeben werden, im Detail richtig angelegt sind. Doch schon das Wörtchen Angebot deutet an, welcher Geschwisterbegriff jetzt kommen muss: Nachfrage.

Zu einer gelungenen Integration gehört die Bereitschaft und vor allem der Wille, sich selbst aktiv zu integrieren und nicht passiv integriert zu werden. Fehlt dieser Wille, bringt es überhaupt nichts, noch mehr Geld in noch mehr Programme zu stecken und jede leise Kritik an der vorherrschenden Integrationspolitik als Rechtspopulismus zu brandmarken. Fest steht: Das Beherrschen der deutschen Sprache ist der Schlüssel, das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung ist eine zwingende Voraussetzung dafür, Teil unserer Gesellschaft zu sein. Wer dies ablehnt und es als völlig in Ordnung empfindet, dass Mädchen mit 15 Jahren zwangsverheiratet oder wegen einer Beziehung zu einem Deutschen "aus Ehre" ermordet werden, muss damit rechnen, dafür nicht sonderlich viel Respekt und Anerkennung zu ernten. Das hat dann nichts mit Rassismus zu tun, sondern mit der Ablehnung von Werten, die sich außerhalb eines tolerablen Spektrums bewegen.

Wenn in abgelegenen Bergdörfern Bayerns eine Handvoll Honoratioren ein Verbrechen deckt, weil man die Sachen "hier schon immer unter sich geregelt hat", verurteile ich das auch nicht, weil’s Bayern sind. Sondern weil’s falsch ist.
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